Mazda Designer aus zwei Generationen

Was macht das Mazda Design so einzigartig? Die Mazda Designer Tom Matano und Jo Stenuit haben sich in Amsterdam getroffen – inmitten von Mazda MX-5 Modellen aus verschiedenen Generationen – und über ihre Leidenschaft für Automobildesign im Allgemeinen und für die Marke im Besonderen gesprochen.


Tom Matano startete seine Karriere in der Automobilindustrie im Jahr 1974. Neun Jahre später kam er zu Mazda, wo er in der Folge viele einflussreiche Positionen ausfüllte. Zunächst war er Chefdesigner für Mazda North American Operations, später wurde er Vice President of Design und schließlich Executive Vice President of Western Operations für Mazda R&D North America, Inc. sowie Executive Designer und Director of Mazda North American Operations. Matano ist einer der Schöpfer des Mazda MX-5 und hat zusammen mit seinen Designteams viele weitere Mazda Fahrzeuge entworfen, darunter den Mazda RX-7 und das Konzeptfahrzeug Miata ‚M-Coupe‘. Auch mit 75 Jahren gibt er seine Leidenschaft für Design an die jüngere Generation weiter und hält Kunstkurse an der Academy of Art University in San Francisco.

Jo Stenuit ist Design Director von Mazda Motor Europe. Seit mehr als 20 Jahren gestaltet er Konzept- und Serienfahrzeuge und entwickelt Design- und Markenstrategien. Als stark lösungsorientierter Designer besitzt er die Fähigkeit, die Gedanken potentieller Kunden, technische Herausforderungen und die Wünsche von Auftraggebern zu verstehen. Innerhalb des Mazda Design Management Teams hatte er einen großen Anteil daran, die Marke auf das Premium-Designniveau zu heben, das sie jetzt erreicht hat – nicht nur, indem er preisgekrönte Designs entwickelt hat, sondern auch durch seinen Beitrag zum Image der Marke.

Was sind die größten Herausforderungen und Erfolge bei der Gestaltung eines Fahrzeugs?

Tom Matano: „Das ursprüngliche Designthema muss im Serienfahrzeug sichtbar werden, und zwar ohne dabei seine Essenz zu verlieren. In meiner Zeit hatten wir mit dem RX-7 FD, dem MX-5 NA und NB, dem MX-6 und dem Mazda3 viel Glück. Bei Mazda unterstützen die Ingenieure die Vision der Designer und arbeiten mit uns zusammen.“

Jo Stenuit: „Die Herausforderung besteht darin, viele unterschiedliche Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die eigene Vision als Autodesigner nicht verloren geht. Das funktioniert, wenn man sich voll und ganz auf sein Ziel konzentriert und regelmäßig mit allen Beteiligten im Unternehmen kommuniziert. Wenn alle Designer und Ingenieure mit ihrem Beitrag zufrieden sind und unsere Kunden das Auto lieben, dann ist man erfolgreich.“

 

Was macht Mazda Designs so einzigartig?

„Mazda Designs haben eine Seele, die mit Hilfe der Fahrzeugoberflächen kommuniziert und eine emotionale Verbindung erzeugt. Und es gibt eine menschliche Interaktion, die über die Anmutung der Innenraummaterialien, der Schalter und anderer Teile stattfindet“, sagt Tom Matano.

Für Jo Stenuit ist ein weiterer wichtiger Punkt, dass Mazda Autos für Menschen baut, die wirklich gerne Auto fahren. „Dies bringen wir mit unserer Kodo Designphilosophie zum Ausdruck und mit den hochwertigen, auf den Fahrer ausgerichteten Innenräumen. Außen erzeugt Kodo mit dynamischen Proportionen und handgefertigten Oberflächen ein Gefühl von Bewegung, die Interieurs sind einladend und aufgeräumt und besitzen schöne Materialkombinationen. Diese Verbindung aus Exterieur und Interieur ist typisch japanisch und typisch Mazda.“

 

Was sind die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Generationen von Designern?

Jo Stenuit: „Natürlich haben wir beide für verschiedene Generationen von Kunden gearbeitet, aber im Prinzip ist das Automobildesign sehr ähnlich geblieben. Wir haben beide eine Leidenschaft für Autos und wollen Fahrzeuge entwerfen, die Menschen bewegen. Moderne Fahrzeuge sind viel komplexer und erfordern einen ganzheitlicheren Designansatz. Eine weitere sehr große Veränderung ist die Internationalisierung des Automobildesigns. Durch die Vernetzung der Welt ist es möglich, ein Team aus vielen verschiedenen Nationen zusammenzustellen, was auch für einen viel intensiveren Wettbewerb als früher sorgt.“

„Es gibt neue Technologien, neue Materialien und Fertigungsverfahren, die sich ständig weiterentwickeln und das Design beeinflussen“, ergänzt Tom Matano. „Auch gesetzliche Regelungen können die grundlegende Architektur der Fahrzeuge und damit auch das Design verändern, etwa neue Sicherheits- oder Emissionsvorschriften, die eine höhere aerodynamische Effizienz und ein geringeres Gewicht erfordern oder das Bestreben, die Emissionen bzw. den CO2-Fußabdruck zu senken.“

 

Was ist Ihr persönliches Motto?

Jo Stenuit: „Mein persönliches Motto ist es, Designideen auf Papier zu bringen und sie so schnell wie möglich zu bauen, am besten physisch. Einfach Ideen ausprobieren, anderen zeigen und das Feedback nutzen, um zu lernen und sich zu verbessern. Beim Design geht es darum, Dinge auszuprobieren, zu kommunizieren und am Ende (die richtigen) Entscheidungen zu treffen.“

Tom Matano: „Ich entwerfe Dinge immer so einfach wie möglich und ihrem Zweck entsprechend. Ich berücksichtige Proportionen, Haltung, Licht und Schatten und versuche, entlang einer sorgfältig abgestimmten visuellen Gewichtsverteilung eine dynamische Bewegung zu kreieren. Man wird zu dem Objekt, das man entwirft, und denkt das Design von ‚innen‘, anstatt es nur von ‚außen‘ zu betrachten. Ich nenne das die ‚Empathische Designmethode‘.“

"Beim Design geht es darum, Dinge auszuprobieren, zu kommunizieren und am Ende (die richtigen) Entscheidungen zu treffen.“

Jo Stenuit - Design Director Mazda Motor Europe

Seit jeher liegt dem MX-5 die Philosophie des Jinba Ittai zugrunde. Der japanische Begriff beschreibt die Harmonie zwischen einem Bogenschützen und seinem Pferd. Bei Mazda steht er für die Verbindung zwischen dem Fahrer und seinem Fahrzeug, das sich intuitiv so verhält, wie der Fahrer es will. Tom Matano und sein Team wollten mit dem MX-5 NA eine neue Art von Sportwagen entwickeln – bezahlbar und für echte Enthusiasten.

Was hat den MX-5 in all den Jahren weltweit so erfolgreich gemacht?

Jo Stenuit: „Beim MX-5 gab es von Anfang an eine klare Vorstellung: Wir wollten ein erschwingliches, kleines, wendiges Auto bauen, das die Leute gerne fahren, auch bei niedrigen Geschwindigkeiten. Ein Fahrzeug, das eine positive Ausstrahlung besitzt, auch für Menschen, die es im Vorbeifahren sehen. Wir sind dem Kernkonzept seit über 30 Jahren treu geblieben: Deshalb ist der MX-5 bis heute erfolgreich und relevant – und die Fangemeinde wächst immer weiter.“

Tom Matano: „Hinzu kommt, dass der MX-5 eine einfache und klare Fahrspaß-Botschaft vermittelt – mit seinem Design außen und innen, seinem einfachen, aber effektiven Fahrwerk und einem gut umgesetzten Gefühl für das Auto.“

Woran erinnern Sie sich besonders gern, wenn Sie auf Ihre Karriere bei Mazda zurückblicken?

„Ich hatte das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und mit den richtigen Leuten zusammenzuarbeiten“, so Tom Matano. „Ich konnte all mein Wissen und meine Lebenserfahrung nutzen, während ich mit Top-Talenten in den Vereinigten Staaten, Europa und Japan zusammengearbeitet habe. Zum Beispiel mit dem Mazda Designer Ikuo Maeda. Er war eine Schlüsselfigur in meiner Karriere und mein Schützling, als wir Ende der 1990er Jahre in den USA begannen, unsere Designvision und -philosophie zu entwickeln. Ikuo Maeda wurde zu einem führenden globalen Designer.“


Meine zwei Jahre in Japan werden mir immer als einer der Höhepunkte meines Lebens und meiner Arbeit in Erinnerung bleiben, denn es ist eine ganz besondere und herzerwärmende Erfahrung, in die japanische Kultur einzutauchen.“

Jo Stenuit - Design Direktor Mazda Motor Europe

Jo Stenuit fügt hinzu: „Auch ich habe Glück gehabt: Glück, für ein Unternehmen zu arbeiten, das es zulässt und erwartet, dass man seine eigene Meinung und Arbeitsweise hat, das es einem erlaubt, Einfluss auf die Zentrale in Hiroshima zu nehmen, und das sehr fokussiert arbeitet. Meine zwei Jahre in Japan werden mir immer als einer der Höhepunkte meines Lebens und meiner Arbeit in Erinnerung bleiben, denn es ist eine ganz besondere und herzerwärmende Erfahrung, in die japanische Kultur einzutauchen.“