Homo Faber Fellowship:
Das Weitergeben von Traditionen

Bei der Handwerkskunst kommt es nicht nur darauf an, eine bestimmte Fertigkeit zu meistern – die wohl größere Herausforderung besteht darin, sie weiterzugeben.


Techniken, die über Jahrzehnte hinweg verfeinert wurden, leben in den Händen der Künstler, in tausendfach wiederholten Handgriffen und in einem tiefen Gespür für das Material. Wenn dieses Wissen nicht weitergegeben wird, drohen selbst die außergewöhnlichsten Traditionen zu verschwinden.

Für Mazda ist diese Frage von großer Bedeutung. Denn die Designphilosophie der Marke ist geprägt von der Takumi Handwerkskunst, die von Geduld, Wiederholung und einem tiefen Respekt vor dem Material geprägt ist. Mazda ist davon überzeugt, dass handwerkliches Wissen nicht nur bewahrt, sondern kontinuierlich erneuert werden muss.

Aus dieser Überzeugung heraus unterstützt Mazda das Homo Faber Fellowship Programm. Das von der Michelangelo Foundation for Creativity and Craftsmanship ins Leben gerufene Mentorenprogramm bringt Kunsthandwerksmeister und aufstrebende Talente aus aller Welt zusammen. Gemeinsam arbeiten sie sieben Monate lang an einem Projekt, ehe sie schließlich ihr Werk auf der Milan Design Week gemeinsam präsentieren.

Im aktuell laufenden Jahrgang unterstützt Mazda zwei Meister-Talent-Duos, die sich in Marseille und London auf ihre jeweilige „Craft Journey“ begeben haben.

Zwei Handwerkskünstler, eine gemeinsame Aufgabe

In Marseille liegt Seide gefaltet auf einem langen Arbeitstisch, als Harumi Sugiura und Marcella Giannini mit ihrer Arbeit beginnen.

Harumi ist eine Meisterin der Handwerkskunst, die sich auf Textilplissierung und Naturfärben spezialisiert hat. Sie hat Jahre damit verbracht, das Zusammenspiel von Stoff, Struktur und Farbe zu verfeinern. Marcella bringt einen anderen kreativen Hintergrund mit, der von bildender Kunst, Druckgrafik und handgeschöpftem Papier geprägt ist. Zugleich wird sie von ihrem italienischen und kolumbianischen Erbe beeinflusst.

 

 

In einem Londoner Atelier empfängt die japanische Papierskulpturenkünstlerin Kuniko Maeda die Stipendiatin Momoka Ienaga, eine Spezialistin der Kaga-Stickerei, einer traditionellen japanischen Technik, die für ihre Präzision und Geduld bekannt ist.

Für beide Duos bedeutet das Stipendium, über vertraute Routinen hinauszugehen und zu lernen, im kreativen Rhythmus eines anderen zu arbeiten.

Kuniko Maeda drückt es so aus:

„Für mich ist Handwerkskunst nicht nur eine Fertigkeit, sondern ebenso sehr auch eine Geisteshaltung. Es bedeutet, seine Beziehung zum Material immer weiter zu verfeinern – und sein Leben dieser immer wieder neuen Verfeinerung zu widmen.“

Die Herausforderung der Zusammenarbeit

Beim Stipendium geht es nicht einfach darum, Wissen vom Meister an den Stipendiaten weiterzugeben. Es geht darum, gemeinsam etwas Neues zu schaffen. Der Meister bringt jahrzehntelange Intuition und Erfahrung mit; der Stipendiat kommt mit Neugier, Experimentierfreude und neuen Perspektiven.

Es kann dauern, bis die beiden eine gemeinsame Sprache finden. Zumal sich auch der Umgang mit Materialien von Generation zu Generation unterscheidet. Doch gerade in diesem Moment der Ungewissheit beginnt die Kreativität.

„Wenn man mit jemandem aus einem anderen Umfeld zusammenarbeitet, ist man gezwungen, die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen“, sagt Momoka Ienaga. „Anfangs kann sich das unangenehm anfühlen, aber nur so lernt man.“

Mazda kennt diesen Prozess. Die Designer und Ingenieure des japanischen Unternehmens verfolgen eine ähnliche Philosophie: Ihre Ideen verfeinern sie gemeinsam im Dialog, durch Experimentieren und durch ein tiefes Verständnis für Material und Form.

 

Das Weiterentwickeln von Traditionen

Allmählich nehmen die Kooperationen Gestalt an. In Marseille entwickeln Harumi und Marcella „Resonances“, eine hängende Textilinstallation aus plissierten Ramie-Paneelen, die von Hand mit natürlichen Indigo- und Weld-Pigmenten bedruckt wurden. Durch Katazome-Schablonendruck und dreieckige Plissierung verwandelt sich der Stoff in eine dreidimensionale Oberfläche, die sich durch den Lichteinfall und durch Bewegung verändert.

In London verschmelzen Kuniko und Momoka Papier, Fäden und Schatten zu skulpturalen Kompositionen, die aus mit Kakishibu gefärbtem Papier, genähten Textilien und lasergeschnittenen Elementen bestehen. In ihren Arbeiten untersuchen sie, wie aus organischen Strukturen und natürlichen Formen zurückhaltende, lichtempfindliche Objekte entstehen.

„Es geht nicht nur darum, Fertigkeiten weiterzugeben. Wir tauschen Ideen aus und schaffen etwas Neues – etwas, das wir uns alleine nicht hätten vorstellen können“,

sagt Kuniko Maeda.

Craft Journeys: Dem Prozess folgen

Einblicke in dieses kreative Abenteuer gewährt Mazda mit „Craft Journeys“ – einer YouTube-Serie, die die Zusammenarbeit von Meister und Talent dokumentiert. Die Serie zeigt die stilleren Momente des Handwerks: die Wiederholung, das Zögern und wie Meister und Talent allmählich einer gemeinsame Richtung entdecken.

Ziel und Höhepunkt dieser „Craft Journeys“ ist die Milan Design Week, auf der die gemeinsam geschaffenen Werke vorgestellt werden. Doch nicht die fertigen Objekte, die dort ausgestellt werden, sind das bedeutendste Ergebnis des Mentorenprogramms. Es ist der Wissensaustausch zwischen den Generationen.

„Das stille Vertrauen dieser beiden Duos, geprägt vom japanischen Erbe, zeigt sich in jeder Geste – ein Ausdruck von Meisterschaft, Mentorschaft und lebendiger Tradition. Über die technische Exzellenz hinaus steht die Denkweise hinter ihrem Handwerk in Einklang mit der Takumi-Philosophie von Mazda“, sagt Katarina Loksa, Head of Brand bei Mazda Motor Europe.

Durch die Unterstützung des Mentorenprogramms trägt Mazda dazu bei, dass das Handwerk eine lebendige Disziplin bleibt. Eine, die sich durch Neugier, Mentoring und Zusammenarbeit immer weiterentwickelt.