Eine Reise durch Design und Handwerkskunst: Mazda bei der World Design Capital 2026

Wenn man über Design spricht, dann geht es meistens um das fertige Objekt. Die Gespräche, Weiterentwicklungen und Entscheidungen, die das Designobjekt erst zu dem machen, was es am Ende ist, bleiben meist unsichtbar. Diese Idee bildete die Grundlage der Aktion „Mazda Craft Journeys x WDC“, die im Rahmen des „Open – Design Week Frankfurt RheinMain“ Festivals der World Design Capital 2026 (WDC 2026) stattfand.


Mazda in der Welthauptstadt des Designs

Alle zwei Jahre verleiht die World Design Organization den Titel World Design Capital an eine Stadt oder Region, die Design als Motor für wirt­schaftlichen, sozialen, kulturellen und öko­logischen Fortschritt nutzt. 2026 ist Frankfurt am Main die Welthauptstadt des Designs – und wird unter dem Motto „Design für Demokratie. Atmosphären für ein besseres Leben“ zur internationalen Bühne für Design. Im Rahmen der WDC 2026 fand die „Open – Design Week“ statt: Zehn Tage lang untersuchten Aus­stellungen, Vorträge, Workshops und Führungen an mehr als 150 Veranstaltungsorten, wie Design den Alltag, die Kultur, die Architektur und den städtischen Raum prägt. Mazda präsentierte sich als offizieller Mobilitätspartner der WDC 2026 und zeigte eine Perspektive, die über das Fahrzeug selbst hinausgeht: Mobilität als Designdisziplin, die Schnittstellen zu Architektur, Materialkultur, Handwerkskunst und Alltag bildet.

Für Mazda ist dieser Ansatz eng mit „Kodo – Soul of Motion“ verbunden. Das 2010 eingeführte Konzept ist nicht nur eine Designsprache, sondern eine Philosophie, die von Bewegung, Handwerkskunst und menschlicher Wahrnehmung geprägt ist. Mit der Aktion „Mazda Craft Journeys x WDC“ lud Mazda dazu ein, diese Philosophie als lebendigen Prozess zu erleben.

Designworkshop in Oberursel

Das europäische Designzentrum von Mazda in Oberursel, Deutschland – dem Sitz von Mazda Research Europe (MRE), einem der drei globalen Forschungs- und Entwicklungszentren der Marke – öffnete seine Türen, um zu zeigen, wie sich Mazda Design von der ersten Idee zu einer greifbaren Form entwickelt.

Die Einführung übernahm der europäische Mazda Design-Chef: Jo Stenuit erläuterte die Prinzipien, die den Designansatz der Marke prägen – von Kodo über die Takumi-Philosophie der meisterhaften Handwerkskunst bis hin zur Rolle von Materialien, Licht und menschenzentriertem Denken.

Von der Philosophie zur Form

Doch wie nehmen diese Prinzipien in der Praxis Gestalt an?
Im europäischen Designzentrum von Mazda lieferte ein Fahrzeug darauf eine klare Antwort: Der Mazda CX-6e (Energieverbrauch kombiniert 18,9-19,4 kWh/100 km, CO2-Emissionen kombiniert 0 g/km, CO2-Klasse: A), das neue vollelektrische Crossover-Modell von Mazda, verkörpert viele der zuvor erläuterten Designprinzipien und macht sie unmittelbar erlebbar. Unter wechselnden Lichtbedingungen zeigten seine Oberflächen das Zusammenspiel von Reflexion, Proportionen und Bewegung, das die Designer zuvor beschrieben hatten.

Das Außendesign entstand im europäischen Designstudio von Mazda in Oberursel und wurde in enger Zusammenarbeit mit Kollegen in Japan weiterentwickelt. Das Ergebnis ist eine neue Interpretation von Kodo für das Elektrozeitalter – mit skulpturalen Oberflächen, aerodynamischer Präzision und einem unverkennbar modernen Charakter.

Im Studio-Umfeld – statt auf der Bühne einer Automobilmesse – wirkte der Mazda CX-6e nicht wie ein fertiges Objekt, sondern vielmehr wie das Ergebnis eines fortwährenden Dialogs zwischen Designern, Materialien und Handwerkskunst. Umgeben von Skizzen, Tonmodellen und Materialstudien wurde deutlich, wie unzählige Entscheidungen, Gespräche und Verfeinerungen in einer einzigen Form zusammenfließen.

Die menschliche Hand hinter der Maschine

Vom Mazda CX-6e führte die Reise weiter zu einem traditionellen Bestandteil des Mazda Design­prozesses: dem Tonmodellieren. Der Workshop zeigte, welche Rolle Ton in einem modernen Design­studio nach wie vor spielt und wie kleine Anpass­ungen den Charakter einer Oberfläche grundlegend verändern können.
Lange bevor ein Fahrzeug in die Produktion geht, existiert es als physisches Tonmodell in Originalgröße, das von Hand geformt und verfeinert wird. Zwar sind digitale Werkzeuge unverzichtbar, doch Ton ermöglicht es den Designern, die Form in natürlichem Licht, im menschlichen Maßstab und im realen Raum zu beurteilen.
Die Aufgabe der Tonmodellierer besteht nicht einfach darin, eine Skizze zu reproduzieren, sondern eine Idee in die physische Wirklichkeit zu übertragen und dabei ihren Charakter und ihre Intention zu bewahren.

Der direkte Vergleich mit dem Mazda CX-6e im Studio machte zudem leichter verständlich, wie kleine Verfeinerungen zum Charakter und zur Ausstrahlung eines fertigen Fahrzeugs beitragen.

Farbe und Materialien als Handwerk

Der gleiche Geist von Beobachtung und Verfeinerung herrscht auch im Bereich „Colour, Material & Finish“ (CMF), wo Farbe und Materialien gezielt zur Gestaltung von Atmosphäre, Wahrnehmung und emotionaler Wirkung eingesetzt werden.

Die Arbeit dazu beginnt lange bevor eine Lackierung auf einem Fahrzeug zum Einsatz kommt. Bildtafeln, Materialmuster und Referenzen aus Architektur, Mode, Handel und Materialkultur helfen den Designern zu verstehen, wie sich Farben, Oberflächenstrukturen und Stimmungen im Laufe der Zeit entwickeln.

Die Themen, die im Workshop diskutiert wurden, reichten von der Materialbeschaffung und Trendforschung bis hin zur Frage, wie Licht die Wahrnehmung von Oberflächen und Farben beeinflusst. Der Mazda CX-6e lieferte ein anschauliches Beispiel dafür, wie diese Faktoren zusammenwirken – von der Gestaltung der Außenflächen bis hin zur Atmosphäre im Innenraum. Farbe, Material und Form werden dabei nicht als getrennte Disziplinen behandelt, sondern als Teile eines größeren Design-Dialogs – ein Dialog, der sich durch die gesamte Entwicklung zieht.

Ein lebendiger Dialog

Der Mazda CX-6e ist das Ergebnis eines Prozesses, der nicht von einem einzelnen Designer oder einer Abteilung geprägt wird, sondern von einem kontinuierlichen Dialog. Bei Mazda Research Europe in Oberursel bringen Designer, Modellierer, Spezialisten für Farbe, Material und Oberflächen, Ingenieure und Digitalexperten unterschiedliche Perspektiven ein. Gleichzeitig entwickeln sich die Ideen immer weiter: Aus Skizzen werden Modelle, Materialien werden getestet und neu beurteilt, Oberflächen unter wechselnden Lichtverhältnissen begutachtet. Konzepte werden immer wieder hinterfragt und verfeinert. Am Ende geht es um das gemeinsame Ziel, Formen zu finden, die ausgewogen, stimmig und emotional ansprechend wirken.

Dieser Austausch reicht über Oberursel hinaus. Auch zwischen Mazda Research Europe und Hiroshima besteht ein kontinuierlicher Dialog: Europäische Erkenntnisse fließen in die Gestaltung globaler Programme ein, während umgekehrt globale Konzepte verfeinert und auf europäische Kundenerwartungen zugeschnitten werden.

In einer Zeit, die von digitaler Beschleunigung geprägt ist, hat die Aktion „Mazda Craft Journeys x WDC“ daran erinnert, dass Design nach wie vor von Neugier, Beobachtung und Verfeinerung abhängt. Die Technologie ermöglicht den Prozess, doch Menschen gestalten das Ergebnis.

„Technologie ist natürlich unverzichtbar, aber sie ersetzt nicht die Sensibilität“, erklärt Jo Stenuit. „Manche Entscheidungen hängen weiterhin vom menschlichen Auge und der menschlichen Hand ab – und von der Fähigkeit zu erkennen, wann sich etwas ausgereift anfühlt.“

Durch „Mazda Craft Journeys x WDC“ wurde das Studio Teil eines umfassenderen Designdialogs, durch den Ideen Gestalt annehmen. Der Fokus verlagerte sich vom fertigen Objekt auf die Menschen, die Prozesse und den Austausch. Und vielleicht ist es genau das, was Design und Handwerkskunst weiterhin gemeinsam haben. Damit machte Mazda deutlich, dass innovative Mobilität nicht allein durch Technologie entsteht, sondern vor allem durch die Kreativität und das handwerkliche Können der Menschen, die sie gestalten.